Musikschule Steinemer 2015

Bene-12

„Wir machen Musik und helfen mit“. Musikschule Steinemer veranstaltet zweites Benefizkonzert.

Alle Einnahmen aus ihren Konzerten, auch die des zweiten Benefizkonzertes, stellt die Musikschule Steinermer in den Dienst einer guten Sache. Und das ist die Behandlung und Erforschung der Mukoviszidose.

Nicht von ungefähr kommen die Spenden der Erforschung dieser Stoffwechselerkrankung zugute, ist doch ein Enkel der Familie von dieser Krankheit betroffen. Robert Steinemer dankte in seiner Begrüßung allen Mitwirkenden der Veranstaltung. Besonderer Dank galt der Kreissparkasse, die sich sehr generös gezeigt hatte. Gleichzeitig bedauerte Steinemer, dass nicht mehr Zuhörer den Weg in das Alte Schloss gefunden hätten.

„Mukoviszidose ist eine ererbte Stoffwechselerkrankung. Man hat sie, oder man hat sie nicht. Sie ist nicht heilbar und erfordert ständige Therapie“, erklärte Susanne Deiters von der Regionalgruppe Mukoviszidose Zollernalb/Tübingen. Die Diagnose verändere das Familienleben grundlegend und eine notwendige psychosoziale Betreuung werde durch Spendengelder finanziert. „Wenn Sie wissen wollen, wie das ist, wenn man Muskoviszidose hat, dann atmen Sie fünf Minuten lang ein und aus - durch einen Strohhalm.“

Den ersten Teil des Konzertes bestritten Schüler und Lehrer der Musikschule. Mit einer Komposition von Vladimir Sterzer überzeugte Larissa Schöneburg die Besucher.

Mozarts Andante C-Dur brachte Carmen Schurr ausdrucksstark auf ihrer Querflöte zu Gehör. Marion Faigle glänzte auf ihrer Gitarre mit dem Poptitel „More than words“. Ihr großes Können ebenfalls unter Beweis stellte Julia Burianski am Klavier mit einer Sonatine von Beethoven. Für die Nachwuchstalente aus der Musikschule gab es überaus großen Beifall. Den heimsten auch die Lehrer der Schule ein, die sich ebenfalls dem Publikum stellten. „Let’s Kletz“ hieß es, stand doch Kletzmer-Musik auf dem Progamm. Irmgard Kolbe, Karin Erhardt, Gian-Marc Ulmer, und Robert Steinemer interpretierten die Hochzeitsmusik der osteuropäischen Juden ganz hervorragend. Spätestens beim „Bei mir biste scheen“ sprang der Funke vollends über und lautstarke Beifallrufe und großer Beifall leiten über zur Pause.

Den zweiten Teil des Konzertes eröffnete der Bouzukispieler Nikos Hatziliadis, begleitet von dem Gitarristen Nikos Konstantinidis. Das virtuose Spiel auf der Bouzuki riss die Zuhörer förmlich mit und als nach einigen, sowohl heiteren als auch ernsteren Liedern, die weltberühmten Melodien aus „Sonntags …nie“ (ein Schiff wird kommen) und aus „Alexis Sorbas“ erklangen, wurde mitgeklatscht und –gesungen, soweit die Textsicherheit dies zuließ.

Sehr besinnlich ging es in den autobiografischen Liedern von Jochen Lanius zu. „Auf meinem Weg“ hält er Rückschau. Und in „Du wohnscht für di“ hält er Zwiesprache mit seiner dementen Mutter, in Dankbarkeit die Vergangenheit Revue passieren lassend.

Die vier Musiker von „Zeitgeist“ haben ihren eigenen Musikstil, eine Melange aus Pop, Rock und Blues mit anspruchsvollen Texten. Eindrucksvoll die Hommage an den Gründer von „Kinder brauchen Frieden“, Michael Bierlmeier. Sowohl eine „nette Romanze“ über eine Maria haben die vier im Repertoire, als auch eine Humoreske über die „Waldorflehrerin“. Rockig, fetzig, bluesig, nachdenklich und dann wieder zum Schmunzeln.

Als letzte traten die Jungs von True Calling auf. Auch Gian-Marc Ulmer (Gitarre) und Markus Bekson (vocal) begeisterten das Publikum mit ihren Darbietungen. Nicht umsonst bewegt sich True Calling auf Augenhöhe mit anderen Musikgrößen wie Joe Cocker, Scorpions, Uriah Heep und weiteren bekannten Interpreten.

Am Ende des dreistündigen Konzertes, das von ausgesprochen großer musikalischer Vielfalt und hohem Niveau geprägt war, bedankte sich Robert Steinemer bei Gästen und Interpreten, hatten letztere doch alle auf Gagen verzichtet. Er habe die feste Absicht im nächsten Jahr das dritte Konzert dieser Art durchzuführen, ließ er wissen. Und Susanne Deiters meinte. „Das Konzert war umsonst – aber unbezahlbar“. Womit sie Recht hatte.

Text/Foto: Bernd Ulrich

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